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Die Vertreibung aus dem Paradies


Vor einiger Zeit begann ich, von der Geschichte unseres Glaubens zu berichten. Heute gehen wir in der Zeit noch etwas weiter zurück und gucken uns an, wie die ersten Brote erschaffen und einige Zeit später aus dem Paradies vertrieben wurden.

Am Anfang schuf BROTT Himmel und Erde, doch sein Werk war trist und leer, dunkel und öde. Darum schraubte er zwei Lampen, eine für den Tag und eine für die Nacht, an den Himmel und nannte sie Sonne und Mond. Er sah, dass es gut war. Hätte er gewusst, wie hoch die Stromrechnung werden würde, hätte er sich wohl für ewige Finsternis entschieden. So aber sah er, dass alles voller Wasser war, und sprach: “Das ist ja alles viel zu nass hier, ich puste mal hier und da was trocken.” So vergingen die ersten Tage. BROTT sah, dass auch das gut war. Aber was gut ist, kann immer noch verbessert werden, wie ihm eine japanische Gottheit namens Kaizen erzählt hatte. So streute er Samen auf die Erde und schuf Bäume, Gras und Kraut und sprach: “Gut. Sogar besser. Aber da geht noch einiges!”

Und so geschah es, dass BROTT allerlei Getier schuf, ein jegliches nach seiner Art, und nebenbei einige Handkopfler, jeder der letzte seiner Art, und er sah, dass es gut war. Damit er nicht immer selbst für Nachschub sorgen musste, sprach er: “Seid fruchtbar und mehret Euch, das bringt sogar Spaß!” Und BROTT betrachtete einige Zeit sein Werk und sprach schließlich: “Lasst mich ein Brot backen!” Und BROTT buk ein Brot, ihm zum Bilde. Und er sah, dass es gut war, sogar so gut, dass er sprach: “Es ist nicht gut, dass das Brot alleine sei!” Und so ließ er einen Amboss auf das Brot fallen, auf dass das Brot in einen tiefen Schlaf fiele, und BROTT entnahm dem Brot einen Krümel und buk eine Brotfrau. Er weckte das Brot, stellte die Frau neben ihn und sprach: “Knödelblödeldö! Das ist Baguette! Und nun gehet hin und macht Euch die Erde und alles was da kreucht und fleucht untertan, und passt vor allem auf, dass Ihr nicht gefressen werdet, denn Ihr seht verdammt lecker aus! Und vergesst nicht, fruchtbar zu sein und Euch zu mehren. Im Übrigen könnt Ihr hier von allem essen und trinken, nur esst nie, nie, never ever, niemals aus dem Kühlschrank der Erkenntnis! Dann werden gar furchtbare Dinge passieren! Und nun habe ich sechs Tage wie wild geschöpft und bin nun erschöpft, ich gehe in die Götterlounge, ein bisschen chillen und offdroppen. Mal sehen, was Zeus und seine Kumpels so erzählen! Man sieht sich!”

Brot und Baguette lebten einige Wochen im Paradies, ernährten sich von den Früchten der Brotbäume und labten sich an den Quellen mit klarem Wasser. Nie gerieten sie auch nur in die Nähe des Kühlschrankes der Erkenntnis. Bis eines Tages ein Mehlkäfer im Paradies auftauchte. Der Mehlkäfer war listiger als alle anderen Tiere, die BROTT erschaffen hatte, und sprach zu Baguette: “So, BROTT hat Euch also verboten, mal einen kleinen Blick in den Kühlschrank zu werfen?” Da sprach Baguette zu dem Käfer: “Wir ernähren und von den Früchten des Brotbaums, aber BROTT hat gesagt, es würde Schreckliches geschehen, wenn wir den Kühlschrank öffnen und daraus essen würden.” Da sprach der Käfer zum Brotweibe: “Mitnichten wird Euch etwas Schreckliches geschehen. Ihr werdet gar köstlich gekühlte Speisen im Kühlschrank finden, genau das richtige bei dieser furchtbaren Hitze!”

Und Baguette schaute den Kühlschrank an, gar lieblich leuchtete er im unschuldigen weißen Blechgewande, und sie öffnete die Tür. Sie nahm die Schüssel mit gekühlter Mehlsuppe mit einem Hauch Ingwergeschmack und aß davon und gab auch dem Brot davon zu essen, und das Brot aß.

Da wurden den beiden Broten die Augen aufgetan und sie sprachen: “Oh je, wir sind ja nackt, wenn das in die Zeitung kommt, der Semmelbote ist ganz verrückt nach solchen Bildern! Auch wenn der erst in vielen tausend Jahren erscheinen wird!” Da zerriss furchtbarer Donner und Blitz den Himmel und BROTT sprach mit lauter Stimme: “Hört mal, Ihr beklopptes Backwerk, habe ich Euch nicht gesagt, dass Ihr die Finger vom Kühlschrank lassen sollt?! Was haltet Ihr eigentlich von diesen Special Effects? Hat mir Zeus mitgegeben!” Und er schleuderte weitere Blitze auf die Erde. “Aber zurück zu Eurem Sündenfall: Was habt Ihr Euch dabei gedacht?” Zitternd antwortete das Brot: “Das Weib, das Du mir zugesellt hast, gab mir von der Mehlsuppe. Vielleicht ist allein sein doch besser.” Da wandte sich BROTT an Baguette: “Warum hast Du das getan, Du dürre Brotfrutte?” Und Baguette antwortete: “Da! Der komische Käfer war’s! Der hat mir erzählt, davon bleibt man schlank!”

Da sprach BROTT zu dem Käfer: “Du! Ab sofort werden Deine Larven als Vorratsschädlinge die Erde bevölkern und Du wirst Dich von Getreide, Mehl und Backwaren ernähren. Außer von den zwei Bekloppten hier! Die werde ich anders strafen! Und nun hopp-hopp, mehre Dich und werde zur Landplage!”

Dann wandte sich BROTT an das Brot und sprach: “Ich werde Dich aus dem Paradies vertreiben und Du wirst Dir einen Job suchen müssen, um Dich zu ernähren. Testkandidat scheint mir die ideale Wahl zu sein. Verlass das Paradies sofort!”

Und BROTT sprach zu Baguette: “Du wirst künftig mit einem nervigen Akzent sprechen und in ein Land mit eingebildeten, aber eher kleinwüchsigen Politikern und Herrschern ziehen! Ich wünsche Dir viel Vergnügen!”

Und so geschah es, dass Frankreich zur Heimat der Baguettebrote wurde. Und noch heute fürchten männliche Brote Anrufe/Faxe/Mails/Briefe wie diese:

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