vom 14.09.2009
Gepfeffert: Zugegeben, "Mara und der Feuerbringer" klingt als Titel verdächtig Harry-Potter-Artemis-Fowl-mäßig - aber was die Stunde tatsächlich geschlagen hat, fällt einem bereits nach den ersten Zeilen Lektüre von "Mara" auf. Denn wenn Bernd-das-Brot-Erfinder Tommy Krappweis sich eine 14-jährige Titelheldin ausdenkt, kann man sich darauf verlassen, dass man es mit einer gepfefferten Heldin zu tun bekommt. Mit erfreulich mürrischem Blick stolpert Mara in ein Abenteuer, das Krappweis aus verschiedenen Quellen der nordisch-germanischen Mhytologie gestrickt hat. Übrigens echte Fakten - von der Zauberwelt kann man hier tatsächlich etwas lernen. Witzig und spannend geschrieben, lässt einen das Buch so manchens über Sagen und Götter erfahren, ohne jemals schulmeisterlich zu wirken. Das Beste ist aber Mara selbst: IMmer kurz vorm Rummotzen schafft sie es, eine Atmosphäre mit dem perfekten Mix aus Fantasy und Pausenhof zu kreieren. Und wo uns Normalsterblichen eine schnöde Pickel-Pubertät genügen muss, hat Mara das Privileg, eine neue Seite von sich zu entdecken: Als Spakona - junge Seherin - macht sie eine ansehnliche Entwicklung durch. Ob 14-jährige Mädchen wirklich so ticken wie Mara, können wohl nur 14-jährige Mädchen beurteilen - zumindest klingt sie echt. Kein Wundere, Autor Krappweis konnte sich schliesslich auch schon in ein Kastenbrot hineindenken.
Alvin Busse

